
Krisenintervention & Notfallseelsorge
Unsere Arbeitsweise
Die Krisenintervention im Rettungsdienst betreut unverletzte Beteiligte und Angehörige bei akut psychisch traumatisierenden Unfällen, Notfällen und Katastrophen. Die Hilfe soll möglichst unmittelbar nach dem Ereignis einsetzen oder spätestens dann, wenn eine akute Belastungsreaktion auftritt. Durch die frühzeitige Intervention wird den Betroffenen Raum für ihre Trauer verschafft, sie macht sie wieder handlungsfähig und beugt dadurch der Entstehung einer Posttraumatischen Belastungsstörung vor. Die Notfallseelsorge will außerdem geistliche Begleitung anbieten, falls diese gewünscht wird.
Einsatzindikationen
- Erfolglose Reanimation und unerwartetes, natürliches Versterben im häuslichen Bereich
- der Überbringung einer Todesnachricht (in enger Zusammenarbeit mit der Polizei)
- Suizid/Suizidversuch
- Unfalltod von Kindern
- Plötzlicher Kindstod (SIDS, sudden infant death syndrome)
- Verkehrsunfällen, tödlichen Arbeitsunfällen
- Lokführern, Straßenbahn- und Busfahrern nach Unfällen mit Personenschaden
- Ersthelfer und Augenzeugen
- Opfer von öffentlicher und häuslicher Gewalt/ Opfern von Straftaten
- Räumung/Evakuierung/Wohnungsbränden
- Großschadenslagen (MANV)
- Schülern in Krisensituationen an Schulen
Wir sind an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr im Einsatz.
Arbeitsweise
Die Alarmierung erfolgt über die Rettungsleitstelle Dresden, die den Hintergrunddienst über Funkmeldempfänger aktiviert. Der Dienstplan sieht in der Regel zwei Einsatzkräfte vor, bei Bedarf können weitere Mitglieder mobilisiert werden. Einsatzkräfte vor Ort fordern das Team an, das sich auf den Einsatz vorbereitet und innerhalb von 30 Minuten am Einsatzort ist.
Der Hintergrunddienst ist rund um die Uhr besetzt und unterstützt Mitglieder sowie Einsatzkräfte bei organisatorischen Fragen und Problemen. Jedes Mitglied hat eine Einsatzmappe mit Empfehlungen und Hilfsmitteln, die bei Einsätzen genutzt werden.
Die Betreuung der Betroffenen erfolgt in der Regel über zwei Stunden, wobei das Team Unterstützung bietet, Informationen bereitstellt und die Selbsthilfe fördert. Nach jedem Einsatz wird ein Protokoll erstellt, und monatliche Teamtreffen dienen der Reflexion und Nachbesprechung. Ein Einsatznachsorgekonzept unterstützt die Mitglieder bei der Verarbeitung belastender Einsätze.
Alle Einsatzkräfte in unserem Verein sind ausgebildet nach den Mindeststandards des Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und nehmen regelmäßig an Weiterbildungen teil.
Wir hören zu, nehmen uns Zeit und begleiten in den ersten Momenten nach traumatischen Ereignissen.
